Belastung durch Gestank: Ist eine Mietminderung möglich?

    Manchmal zieht heftiger Gestank in die Wohnung, sei es durch Müll, Urin, Essensgerüche oder Zigarettenqualm. Manche Gerüche müssen Mieter hinnehmen. Doch überschreitet die Geruchsbelästigung ein gewisses Maß, können Mieter eine Mietminderung durchsetzen. Dies ist nur dann möglich, wenn eindeutig ein Mangel vorliegt. Die Filter-Redaktion gibt Tipps.


    Übliches oft zumutbar

    Nicht jede Geruchsbelästigung rechtfertigt gleich eine Mietminderung. Wo kommen diese Gerüche her? Manche haushaltsübliche Gerüche müssen Mieter einfach hinnehmen. Sei es, dass der Nachbar ausgiebig kocht, der Nachbarshund an einem Regentag riechendes Fell hat oder der Nachbar auf dem Balkon einmal am Tag eine Zigarette raucht. Dies führt alles noch nicht dazu, dass ein Mieter seine Wohnung nicht oder nur eingeschränkt nutzen kann. Ein Mangel liegt erst dann vor, wenn die Geruchsbelästigung dauerhaft und intensiv ausfällt. Wenn etwa Müll oder Mülltüten tagelang im Treppenhaus liegen, regelmäßig eine Batterie von getragenen Schuhen im Flur aufgebaut ist, Urin oder Erbrochenes nicht entfernt wird oder wenn der Nachbar Kettenraucher ist und der Mieter deswegen gar nicht mehr lüften kann.
     

    Mängelanzeige als erster Schritt

    Wird die Geruchsbelästigung dauerhaft und intensiv, müssen betroffene Mieter zunächst den Mangel schriftlich beim Vermieter anzeigen und dem Vermieter die Möglichkeit geben, den Mangel zu beseitigen. Dazu kann es hilfreich sein, Zeugen zu benennen, die die Geruchsbelästigung bestätigen können. Wenn der Vermieter innerhalb einer gesetzten Frist nicht für Abhilfe sorgt, kann der betroffene Mieter eine Mietminderung anzeigen. Aber Beachtung: Es gibt jedoch keine einheitlichen Prozentsätze für diese Art von Mangel. Im Regelfall fällt eine Mietminderung wegen Geruchsbelästigung eher gering aus, in vielen Fällen billigten Richter geschädigten Mietern eine Mietminderung von zehn Prozent zu. In schwerwiegenden Fällen kann es ratsam sein, einen Anwalt hinzuzuziehen. Dieser kann den Rahmen der Forderung sicher durch sein Gesetzeswissen untermauern, kostet allerdings auch ein Honorar, wobei der Klageweg immer eine unsichere Sache ist, wie letzten Endes entschieden wird.